Schlafberatung

NEUROLOGIE

Was ist eine Schlafberatung?

Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für die Gesundheit, daher sollte bei länger anhaltenden Schlafproblemen nach den Ursachen gesucht werden. Im Zuge der Schlafberatung wird untersucht, ob körperliche oder psychische Erkrankungen dahinterstecken und entsprechende Schritte zur Behandlung der Ursachen gesetzt.

Wichtige Informationen zur Schlafberatung

Frühzeitige Hilfe ist bei Schlafproblemen wichtig. Sie lassen sich jedoch meist gut behandeln, wenngleich es keine allgemein gültige Lösung gibt. Es muss festgestellt werden, ob dem Schlafproblem eine organische oder seelische Ursache zugrunde liegt. Schlafprobleme äußern sich oftmals durch ein unausgeglichenes Tagesverhalten, wie Aggressivität, Überaktivität oder Müdigkeit. Besonders wichtig ist ärztliche Hilfe, wenn Atemstörungen im Schlaf festgestellt werden. Schnarchen kann ein Hinweis auf eine mögliche Atemstörung sein.

Worauf sollten Sie bei einer unabhängigen Schlafberatung Wert legen?

Vorrangig sollte aus medizinischer Sicht die Ursache für die Schlafstörungen untersucht und gefunden werden. Nur so können gezielte Maßnahmen zur Behebung dieser gesetzt werden. Liegen den Beschwerden weder medizinische noch psychologische Auslöser zugrunde, kann auch die richtige Wahl geeigneter Schlafsysteme Abhilfe schaffen. Hier sollte vor allem auf die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten geachtet werden. 

Warum schlafe ich schlecht? Gründe von Schlafstörungen

Es gibt viele Gründe für Schlafstörungen. In einigen Fällen liegen psychische Erkrankungen vor, in anderen jedoch auch körperliche. Mögliche Ursachen für einen schlechten Schlaf:

Psychische Ursachen
Ist die Seele krank, leidet meist auch der Körper. Psychiatrische Erkrankungen sind mitunter die häufigste Ursache für Schlafstörungen. Betroffene Personen haben meist Probleme mit dem Einschlafen und wachen häufig in der Nacht auf. Somit ist ein erholsamer Schlag nicht möglich und die Patienten fühlen sich tagsüber oft kraftlos und müde.

Vor allem bei Depressionen sind Schlafschwierigkeiten häufig zu beobachten, auch Angststörungen können das Einschlafen stark verzögern. Bei Demenz verändert sich der Schlafrhythmus der Patienten und die Schlafphasen verteilen sich über den Tag, wodurch die Betroffenen nachts oft Schwierigkeiten haben durchzuschlafen.

Auch wenn dem Problem keine Erkrankung zugrunde liegt, können Stress und Ängste vorübergehend für Schlafstörungen sorgen. In der Regel normalisieren sich die Schlafgewohnheiten jedoch mit dem Auflösen des Problems von selbst. Sind die Belastungen von Dauer, sollte dies medizinisch abgeklärt werden.

Neurologische Erkrankungen
Liegen neurologische Erkrankungen vor, wie etwa Epilepsie, Parkinson oder Multiple Sklerose kann dies ebenfalls zu Schlafstörungen führen. Auch Tumore im Kopf, Schlaganfälle oder das Restless-Legs-Syndrom können sich auf die Nachtruhe auswirken.

Schlafapnoen
Nächtliche Atmungsstörungen sind ein häufig beobachtetes Phänomen, welches für Unruhe und schlechten Schlaf sorgen können. Vor allem Schnarchen kann zu Atempausen führen. Diese Apnoen können zwischen 30 Sekunden bis in einigen Fällen sogar zwei Minuten anhalten. Bei länger andauernden Atempausen sorgt der Körper für eine Weckaktion und die betroffene Person wacht auf, wodurch die Schlafkontinuität unterbrochen wird.

Wenn der Atem für so lange Zeit aussetzt, wird auch der Sauerstofftransport im Blut verlangsamt, was wiederum das Risiko für Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen erhöht.

Weitere Erkrankungen
Auch hormonelle Störungen, wie Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebennierenrinde, können sich negativ auf den Schlag auswirken. Auch bei Personen mit Krebserkrankungen, Rheuma, Arthritis und anderen schmerzhaften oder entzündlichen Erkrankungen sind häufiger Schlafstörungen zu beobachten.

Alkohol, Drogen und Medikamente
Die Einnahme von bewusstseinsverändernden Substanzen, kann Einfluss auf den Schlaf haben. Obwohl der Genuss von Alkohol in geringen Mengen förderlich für das Einschlafen sein kann, hat dies in weiterer Folge negative Auswirkungen auf das Durchschlafen. Oft wachen Personen, die Alkohol zu sich genommen haben mitten in der Nacht auf und finden schwer wieder in den Schlaf.

Auch die Einnahme von Medikamenten kann Schlafstörungen verursachen. Kontraproduktiv kann auch die dauerhafte Verwendung von Schlafmitteln sein, deren Inhaltsstoffe zu einer Abhängigkeit führen können. Der Organismus verlernt zunehmend sich, ohne Hilfsmittel zu entspannen und die Schlafstörungen können zunehmen. 

Abendgestaltung und Schlafumgebung
Ausschlaggebend für einen erholsamen Schlaf sind auch die letzten Stunden vor dem Zubettgehen. Spätes und schweres Essen sowie aufreibende Tätigkeiten können das Einschlafen beeinträchtigen. Auch die Schlafumgebung haben Auswirkungen auf den Schlaf. So können Lichtquellen oder Lärm den Schlaf stören.

Folgen von schlechtem Schlaf

Schlechter Schlaf kann zahlreiche Folgen für den Betroffenen haben. Neben Beschwerden während der Nacht können sich durch den Schlafmangel auch schwerwiegende Probleme tagsüber ergeben.

Nächtliche Beschwerden:

  • Probleme beim Einschlafen
  • Schwierigkeiten beim Durchschlafen
  • Kein erholsamer Schlaf
  • Albträume
  • Nächtliche Unruhe
  • Schweißausbrüche
  • Körperliche Beschwerden, wie zuckende Gliedmaßen

Beschwerden tagsüber:

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Erschöpfungszustände
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gereiztheit
  • Schlechte Laune bis hin zu Depressionen

Durch den permanenten Schlafmangel haben viele Betroffene auch ein Aufmerksamkeitsdefizit, wodurch sich das Unfallrisiko signifikant erhöht. Auch zwischenmenschliche Konflikte und Probleme in der Partnerschaft sind häufige Folgen von Schlafstörungen.

Professionelle Schlafberatung für jedes Alter

Fast jeder Mensch hat in seinem Leben kurzfristig mit Schlafstörungen zu kämpfen. In der Regel ist dies jedoch nur von kurzer Dauer und die Symptome verschwinden von selbst. Bestehen Ein- und Durchschlafprobleme jedoch über einen längeren Zeitraum, kann eine professionelle Schlafberatung helfen.

Die Schlaf- und Wachphasen differieren je nach Alter, wobei Babys und Kleinkinder den höchsten Schlafbedarf aufweisen. Im Erwachsenenalter überwiegen die Wachphasen und mit fortschreitendem Alter kann sich der Schlafbedarf wieder erhöhen.

Schlafberatung für Erwachsene

Die einzelnen Schlafphasen wechseln sich während der Nacht permanent ab. 

  • Einschlafphase
  • Leichtschlafphase
  • Mittelschlafphase
  • Tiefschlafphase
  • Traumschlaf (REM-Schlaf)

Erwachsene Menschen wachen zwischen 10 und 20 mal pro Nacht auf, ohne etwas davon zu merken. In der Regel fallen sie gleich darauf wieder in den Schlaf, was den Schlafrhythmus nicht stört. Werden die einzelnen Phasen jedoch gestört, etwa durch eine außergewöhnlich lange Einschlafphase oder durch abruptes Aufwachen während der Tiefschlafphase, können sich schwerwiegende Probleme ergeben.

Bestehen Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum, können Angstzustände, Depressionen oder körperliche Beschwerden die Folge sein. Daher empfiehlt sich in solchen Fällen zur Abklärung eine medizinische Schlafberatung.

Schlafberatung für Kleinkinder

Bei Kindern sorgen oft Ängste oder äußere Einflüsse für einen schlechten Schlaf. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf die Schlafumgebung und die Schlafgewohnheiten. Bereits geringfügige Änderungen im Abendritual oder die Vermeidung von zu hellen Lichtquellen im Zimmer können hier Abhilfe schaffen.

Schlafberatung für Babys

Jedes Kind ist anders, so haben manche Babys bereits von Beginn an lange Schlafphasen während der Nacht, andere wiederum wachen alle paar Stunden auf und brauchen Zuwendung. Ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus innerhalb weniger Monate nicht erkennbar, sollte abgeklärt werden, ob körperliche Ursachen dahinterstecken.

Ablauf einer Schlafberatung

Ziel der Schlafberatung ist es, die Ursache für den schlechten Schlaf zu finden. Dazu wird eine genaue Anamnese erstellt und überprüft, ob körperliche oder psychische Erkrankungen zugrunde liegen.

1. Anamnese und Schlaftagebuch

Wie bei vielen anderen Erkrankungen wird auch zur Abklärung von Schlafstörungen eine detaillierte Anamnese erstellt. Die Erhebung der Krankengeschichte kann dabei erste Anhaltspunkte über mögliche Ursachen liefern. Dazu werden die Lebensumstände und die Gewohnheiten des Patienten oder der Patientin erfragt. Primäre Faktoren, die für eine spätere Diagnose von Interesse sein können, sind unter anderem:

  • Wie sieht ein normaler Abend aus?
  • Schlafenszeiten und Schlafdauer?
  • Schlafgewohnheiten?
  • Wo wird geschlafen und ist der Schlaf ungestört?
  • Gibt es einen bestimmten Ablauf vor dem Zubettgehen (Fernsehen, Rituale etc.)?
  • Wann wird zu Abend gegessen?
  • Wie lange dauert es, bis der Patient in den Schlaf findet?
  • Wachphasen während der Nacht?
  • Auffälligkeiten wie Schlafwandeln oder Sprechen während der Schlafphase?
  • Unruhiger Schlaf?
  • Belastungsfähigkeit und Allgemeinbefinden während des Tages?
  • Stress, Ängste, Probleme, außergewöhnliche Belastungen?
  • Alkohol-, Nikotin- und Koffeingenuss, Medikamente?

Hierfür sind Aufzeichnungen über mehrere Wochen in Form eines Schlaftagebuches hilfreich.

2. Ausschließen von psychischen und körperlichen Erkrankungen

In vielen Fällen liegt die Ursache für Schlafstörungen in körperlichen oder psychischen Erkrankungen. Um dies festzustellen, werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt. Die bereits erstellte Anamnese kann erste Rückschlüsse über mögliche Erkrankungen liefern. Besteht der Verdacht auf körperliche oder psychische Auslöser, können diese gezielt untersucht und diagnostiziert werden.

3. Aktometer und RLS-Screening

Um mehr Informationen über die Schlafstörungen zu erhalten, kann ein Aktometer eingesetzt werden. Dieses Gerät wird wie eine Armbanduhr um das Handgelenk getragen und behindert den Patienten oder die Patientin nicht im Alltag.

Der Aktometer zeichnet die Bewegungen, die Wach- und die Schlafphasen auf, womit Rückschlüsse auf die Schlafdauer, den Schlafrhythmus und eventuelle Atemaussetzer gezogen werden können. Liegt der Verdacht auf eine eventuelle Schlafapnoe vor, kann ein Apnoe-Screening eingesetzt werden.

Auch diese Untersuchung kann ohne Einschränkungen beim Patienten oder der Patientin zu Hause durchgeführt werden. Dabei zeichnet ein über einen Brustgurt und am Handgelenk befestigtes Gerät, die Atmung, die Herzaktion und die Sauerstoffsättigung des Blutes auf. Die ermittelten Daten werden anschließend ausgewertet und helfen bei der Diagnosestellung.

Nächtliche Wadenkrämpfe und unwillkürliche Zuckungen der Beine können auf ein Restless-Legs-Syndrom hindeuten. Dieses kann ebenfalls mittels eines Screenings in den eigenen vier Wänden der Patienten untersucht werden. Dabei werden die Bewegungen und Muskelkontraktionen sowie die daraus resultierenden Wachphasen aufgezeichnet und ausgewertet.

Kosten einer Schlafberatung

Für eine Erstordination belaufen sich die Kosten auf etwa 220 € bis 240 €, die Folgeordination wird je nach Aufwand mit 120 € bis 140 € verrechnet. Für ein RLS-Screening oder Apnoe-Screening stellen wir 100 € in Rechnung.

Bitte beachten Sie, dass es sich im The Aurora Ärztezentrum um Wahlarztordinationen handelt und die jeweiligen Privattarife von den Ärztinnen und Ärzten festgesetzt werden. Sind Sie bei uns in Behandlung, so reichen wir auf Wunsch Ihre Honorarnote bei der zuständigen Gebietskrankenkasse ein. Diese erstattet in der Regel bis zu 80% des Kassentarifs.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schlafberatung

Kann ich für die Schlafberatung online einen Termin vereinbaren?

Gerne können Sie einen Termin zur Schlafberatung über unsere Online-Terminvergabe buchen. Geben Sie bitte bekannt, dass es sich hierbei um einen Termin für eine Schlafberatung handelt, damit wir entsprechend Zeit einplanen können.

Diese Leistungen werden im The Aurora Ärztezentrum von folgenden Ärzten und Ärztinnen angeboten:

Dr. med. univ. Heinz Weber
Facharzt für Neurologie

Was muss ich für den Termin mitbringen?

Wenn Sie das erste Mal im The Aurora Ärztezentrum in Behandlung sind, bringen Sie bitte mögliche bereits vorhandene Befunde aus bereits erfolgten Untersuchungen, sowie eine aktuelle Medikamentenliste mit.

Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie bereits einige Wochen vor Ihrem Termin Ihre Schlafgewohnheiten in einem Schlafprotokoll festhalten. Die daraus resultierenden Ergebnisse können erste Anhaltspunkte für eine Diagnose bieten.

Wie lange dauert eine Beratungssession?

Planen Sie sich für die Beratung etwa eine Stunde Zeit ein. Ist eine Überwachung mit einem Aktometer oder ein RLS-Screening notwendig, bekommen Sie das jeweilige Gerät mit nach Hause. Nach der vereinbarten Aufzeichnungsdauer ist ein weiterer Termin zur Auswertung und Befundbesprechung notwendig.

Über den genauen zeitlichen Ablauf informiert Sie Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin bei Ihrer Erstkonsultation.

Ist die Schlafberatung auch für mein Baby sinnvoll?

Wenn Babys oder Kleinkinder nur schwer in den Schlaf finden, besonders unruhig schlafen oder einen unregelmäßigen Schlafrhythmus haben, kann eine Schlafberatung sinnvoll sein.

Inwiefern die Schlafberatung hilfreich sein kann, muss jedoch in jedem einzelnen Fall individuell abgeklärt werden. Vordergründig geht es darum medizinische Ursachen für die Schlafstörungen auszuschließen. 

Was genau macht der Arzt bei der Schlafberatung?

Im Zuge der Schlafberatung wird mithilfe einer genauen Anamnese und eventueller weiterführender Untersuchungen die Ursache für die Schlafstörungen ermittelt. Je nach Notwendigkeit kann ein Apone-Screening die Überwachung mit einem Aktometer oder ein RLS-Screening sinnvoll sein.

Welcher Arzt ist für eine Schlafberatung zuständig?

Die Schlafberatung wird im The Aurora Ärztezentrum von Dr. med. univ. Heinz Weber, Facharzt für Neurologie durchgeführt.