Fußchirurgie

ORTHOPÄDIE UND ORTHOPÄDISCHE CHIRURGIE

Was ist Fußchirurgie?

Die Fußchirurgie ist ein spezielles Fachgebiet der Orthopädie und der Unfallchirurgie. Neben der Diagnose und Behandlung von verschiedenen Fußerkrankungen und Fehlstellungen, werden auch Verletzungen an den Füßen, den Zehen und am Sprunggelenk versorgt.

Wichtige Informationen zur Chirurgie der Füße

Schmerzhafte Erkrankungen der Füße durch Fehlstellungen (z.B. Hallux Valgus, Hallux Rigidus und Hammerzehe), Überlastung der Gelenke oder Unfälle können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Unsere Füße sind maßgeblich für ein aktives Teilhaben am Leben verantwortlich.

Die Fußchirurgie hat daher die Aufgabe, Störungen der Fußfunktionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. In vielen Fällen ist eine konservative Behandlung (z.B. durch entsprechende Einlagen bei Fehlstellungen wie Knicksenkfuß und Plattfuß) erfolgversprechend.

Bei schwerwiegenden Erkrankungen, wie z.B. einer ausgeprägten Metatarsalgie (Schmerzen am Mittelfuß), reichen die konservativen Behandlungsmethoden jedoch oft nicht aus, um eine dauerhafte Schmerzlinderung zu erwirken. In diesen Fällen können schonende Operationsverfahren zur Versteifung des Gelenks oder Implantierung einer Prothese eine deutliche Beschwerdelinderung erzielen.

Welcher Arzt ist Spezialist für die Fußchirurgie?

Behandlungen und Eingriffe im Bereich der Fußchirurgie werden von speziell ausgebildeten Fachärzten der Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt. Fortlaufende Fachweiterbildungen ermöglichen Behandlungen nach dem modernsten Stand der Wissenschaft und garantieren die bestmögliche Betreuung der Patienten und Patientinnen.

Im The Aurora Ärztezentrum bieten folgende Ärzte diese Leistungen an:

Priv.-Doz. Dr. Stephan Puchner, MSc
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Dr. med. univ. Florian Domaszewski
Facharzt für Orthopädie & Traumatologie und Unfallchirurgie

Wann ist eine chirurgische Behandlung der Füße notwendig?

Bei angeborenen Fehlstellungen ist oft mit Folgeschäden und weiteren Erkrankungen des Bewegungsapparates zu rechnen. Daher ist in diesen Fällen ein chirurgischer Eingriff zur Behebung der Fehlstellung anzuraten.

Auch wenn die Beschwerden aufgrund fortschreitender Erkrankungen an den Füßen durch andere Behandlungen und Therapien nicht verbessert werden können, kann eine Operation notwendig sein. Ob ein Eingriff notwendig ist, hängt immer vom jeweiligen Fall ab und wird vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin entschieden.

Ablauf der Fußchirurgie

Viele Eingriffe in der Fußchirurgie sind bereits durch eine minimal invasive Operationstechnik durchführbar. Meist kann der Eingriff über wenige Hautschnitte erfolgen. Daher benötigen Patienten nach der Operation in der Regel auch weniger Schmerzmittel und es bilden sich seltener unschöne Narben.

1. Anamnese und Vorbesprechung

Im Vorfeld erfolgt immer eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung. In der Regel werden zur Diagnosestellung meist bildgebende Verfahren, wie Röntgen, Ultraschall oder CTs angefertigt. Neben einer Blutuntersuchung können auch weitere Untersuchungen zur genauen Diagnose notwendig sein. Sind konservative Behandlungsmethoden nicht zielführend, kann auf eine Operation meist nicht verzichtet werden.

2. Chirurgischer Eingriff

Je nach Beschwerden können Fehlstellungen operativ behandelt oder Transplantate eingesetzt werden. In schweren Fällen oder bei großflächigen Verletzungen ist das Einsetzen einer Prothese oft unumgänglich. Abhängig vom Umfang der Operation wird der Eingriff in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. In jedem Fall wird versucht so schonend wie möglich einzugreifen und minimal-invasive Operationstechniken zu wählen.

3. Nachsorge und weiterführende Therapie

Im Anschluss an die Operation sind den Anweisungen der behandelnden Ärzte genau Sorge zu tragen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Oft kann der Fuß innerhalb weniger Tage bereits wieder belastet werden. In vielen Fällen sind weitere Therapiemaßnahmen, wie etwa eine Physiotherapie hilfreich, um den vollen Funktionsumfang des Fußes wiederherzustellen.

Risiken der Fußchirurgie

Wie bei allen operativen Eingriffen gibt es auch in der Fußchirurgie Risiken. Neben den allgemeinen Operationsrisiken, wie Wundheilungsstörungen, Infektionen, Problemen bei der Narkose oder Thrombose, sind auch Verletzungen des umliegenden Gewebes und/oder Arterien möglich.

Die Fußchirurgie ist ein anspruchsvolles Fachgebiet der Orthopädie und sollte daher nur von speziell ausgebildeten und fachlich versierten Chirurgen durchgeführt werden.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen während oder nach einem chirurgischen Eingriff am Fuß sind relativ selten und betragen lediglich wenige Prozent. Leider lassen sich diese auch bei guter Operationstechnik und hochgradig qualifizierten Fachärzten und -ärztinnen nicht immer vermeiden.

Neben den bereits erwähnten Risiken können auch postoperative Schmerzen auftreten, sowie Lähmungen oder ein Taubheitsgefühl. Da die Füße am weitesten vom Herz und Gehirn entfernt sind, sind Schäden an Nerven und Gefäßen nicht immer gleich ersichtlich. Eine gute Nachsorge ist daher ebenso ausschlaggebend wie die operative Maßnahme selbst.

Anwendungs-Gebiete der Fußchirurgie

Die Anwendungsgebiete der Fußchirurgie sind vielfältig, die häufigsten Beschwerden, die durch eine Operation am Fuß behoben werden, sind:

  • Hallux Valgus – Verformung der Zehen
  • Hallux Rigidus – Arthrose des Großzehengelenks
  • Plattfüße
  • Achillessehne
  • Sprunggelenkserkrankungen und Gelenksersatz
  • Rheuma

Hallux Valgus

Eine der häufigsten Erkrankungen des Fußes ist der Hallux Valgus, eine Verformung des Fußskeletts. Von dieser Fehlstellung des großen Zehs sind in erster Linie Frauen betroffen. Im Laufe der Erkrankung verbreitert sich der Vorderfuß, Schmerzen, Entzündungen und eine Verhornung der Haut ist die Folge.

Bei nicht stark ausgeprägten Formen des Hallux Valgus setzen Ärzte oft auf konservative Behandlungsmethoden, wie Bandagen, Spezialstrümpfe oder Schienen. Bringt diese nicht den gewünschten Erfolg, muss ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden.

Hallux Rigidus

Wenn die Abnutzung des Grundgelenks der großen Zehe Beschwerden verursacht, spricht man von Hallux Rigidus. Dabei ist der Gelenksknorpel mehr oder minder beeinträchtigt oder zerstört, dass die Bewegung eingeschränkt wird. In fortgeschrittenem Stadium kann es zu einer Versteifung des Gelenks kommen.

Meist tritt dann im Bereich des großen Zehs eine Schwellung auf, welche druckempfindlich und gerötet ist. Mit konservativen Therapien kann ein Hallux Rigidus im frühen Stadium verbessert werden. Sind die Abnützungen am Knorpel jedoch bereits weiter fortgeschritten, ist eine Operation meist die bessere Option.

Dabei wird je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung vorgegangen.  Bei einem leichten Hallux Rigidus wird durch das Abtragen von Knochenanbauten und Knochenrändern der Bewegungsumfang der großen Zehe vergrößert. 

Ist die Abnutzung bereits etwas weiter fortgeschritten, kann die Bewegungsfreiheit mit der Entnahme eines Knochenkeils am Grundglied der Großzehe wiederhergestellt werden. Bei einer stark fortgeschrittenen Arthrose erfolgt meist eine Versteifung des Großzehengrundgelenks. Dabei wird das Gelenk in einer speziellen Position fixiert, die es dem Patienten ermöglicht später normal zu gehen, ohne das Gelenk zu belasten.

Plattfuß

Der Begriff Plattfuß bezeichnet die fehlende natürliche Längswölbung des Fußskeletts, also wenn die Fußsohle im Stehen komplett auf dem Boden aufliegt. In vielen Fällen ist ein Plattfuß eine bereits angeborene Fehlstellung, in manchen Fällen kann er sich jedoch auch erst im späteren Lebensverlauf bilden.

Ist der Plattfuß bereits angeboren, sind oft auch weitere Fehlbildungen zu beobachten. Grund dafür ist eine falsche Stellung des Sprungbeins. Diese unter Medizinern als Talus verticalis bezeichnete Steilstellung bewirkt, dass das Sprungbein keine normale Gelenksverbindung mit den anderen Fußwurzelknochen bilden kann.

In manchen Fällen bildet sich der Plattfuß auch erst im Kindesalter, im Jugendalter oder selten auch erst im Erwachsenenalter. In fast allen Fällen treten früher oder später Beschwerden in Form von Schmerzen und dadurch erworbene Schonhaltung auf. Angeborene Plattfüße werden in fast allen Fällen operativ behandelt, wohingegen bei erworbenen Plattfüßen nicht immer ein Eingriff notwendig ist.

Achillessehne

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des menschlichen Körpers und verbindet die Wade mit der Ferse. Durch das Gehen, Laufen und Springen ist die Achillessehne den größten Belastungen ausgesetzt und weist somit auch ein besonders hohes Verletzungspotenzial auf.

Entzündungen, Einrisse oder im schlimmsten Fall eine komplette Ruptur kommen relativ häufig vor. Operative Eingriffe sind in der Regel nur bei schweren Verletzungen oder Beschwerden, die nicht mit anderen konservativen Therapiemaßnahmen behandelt werden können, notwendig.

Mit dem vielfältigen Angebot an operativen Maßnahmen, kann die Achillessehne in den meisten Fällen wieder so hergestellt werden, dass die Fortbewegung im Alltag oder auch sportliche Aktivitäten für die Patienten wieder so gut wie uneingeschränkt möglich sind.

Sprunggelenkserkrankungen und Gelenkersatz

Sprunggelenkserkrankungen gehen oft mit Verletzungen der Bänder und Muskeln einher. Dies führt zu einer Instabilität des Sprunggelenks, Schmerzen und einer starken Beeinträchtigung in der Fortbewegung.

Bei einfachen Einrissen genügt meist eine Ruhigstellung sowie die Gabe von entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten. Liegt eine chronische Instabilität vor, ist oft eine Bandrekonstruktion notwendig. 

Ist das Sprunggelenk derart beschädigt, dass eine Rekonstruktion und Stabilisierung nicht mehr möglich ist, kann eine Arthroplastik (Kunstgelenk) eingesetzt werden. Auf diese Weise wird versucht die Beweglichkeit zu erhalten. Die Prothese übernimmt dabei die Funktion des Knorpels und ermöglicht, dass sich der Patient oder die Patientin wieder schmerzfrei bewegen kann.

Auch die Gelenkversteifung ist eine Möglichkeit Schmerzen und dauerhafte Entzündungen bei schwer geschädigten Knochen und Knorpeln im Bereich des Sprunggelenks zu behandeln. Trotz der Versteifung ist ein weitgehend normales Gehen möglich.

Fußchirurgie bei Arthrose

Arthrose entsteht, wenn der Knorpel im Gelenk schwindet und nicht mehr als Puffer zwischen den Knochen fungieren kann. Dadurch reiben die Knochen aneinander, was zunehmen Schmerzen verursacht. Meist tritt Arthrose im Fuß am Sprunggelenk, dem Großzehengrundgelenk (Hallux Rigidus) und der Fußwurzel auf.

Nicht nur das Alter spielt bei der Entstehung eine Rolle, auch langjährige Überbelastung, durch Übergewicht oder Verletzungen können Arthrose begünstigen. Bei einem chirurgischen Eingriff bei Arthrose kann entweder das entsprechende Gelenk versteift oder ein künstliches Gelenk eingesetzt werden. 

Kosten eines chirurgischen Eingriffs der Füße

Die Kosten für einen chirurgischen Eingriff sind von verschiedenen Faktoren, wie dem Grund des Eingriffes, dem Ausmaß der Beeinträchtigung und der Operationstechnik abhängig und können nach einer Voruntersuchung und einem anschließenden Behandlungsgespräch abgeschätzt werden.

Bitte beachten Sie, dass es sich im The Aurora Ärztezentrum um Wahlarztordinationen handelt und die jeweiligen Privattarife von den Ärztinnen und Ärzten festgesetzt werden. Sind Sie bei uns in Behandlung, so reichen wir auf Wunsch Ihre Honorarnote bei der zuständigen Gebietskrankenkasse ein. Diese erstattet in der Regel bis zu 80% des Kassentarifs.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Fußchirurgie

Kann ich für die Fußchirurgie online einen Termin vereinbaren?

Terminvereinbarungen sind über unsere Online Terminvereinbarung möglich. Im The Aurora Ärztezentrum können sie einfach und direkt bei jedem unserer Fachärzte und -ärztinnen Ihren Wunschtermin buchen.

Anschließend wird Ihnen der gewählte Termin per E-Mail bestätigt. 

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit unter der Telefonnummer +43 1 358 83 40 einen Termin zu vereinbaren.

Was muss ich für die Fußchirurgie mitbringen?

Operative Eingriffe werden in unseren Partner-Krankenhäusern durchgeführt. 

Dr. med. univ. Florian Domaszewski operiert als Facharzt an der I. Orthopädischen Abteilung im Herz Jesu Krankenhaus (alle Kassen).

Dr. Stephan Puchner, MSc ist Oberarzt an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Universität Wien, AKH Wien.

Ein Eingriff erfolgt immer erst nach einer eingehenden Anamnese und einer Voruntersuchung. Was zum jeweiligen Operationstermin mitzubringen ist, bespricht Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin im Vorfeld mit Ihnen.

Wie lange dauert ein Eingriff?

Die Dauer eines chirurgischen Eingriffes hängt immer von der Erkrankung und den Ausprägungen der Beschwerden ab. Daher kann hier keine pauschale Antwort gegeben werden.

Gerne informiert Sie Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin über die Dauer der notwendigen Operation.

Was genau macht der Arzt bei der Fußchirurgie?

Je nach Erkrankung und Beschwerden gestalten sich die operativen Eingriffe unterschiedlich. Über den genauen Behandlungsablauf informiert Sie Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin in einem ausführlichen Vorgespräch.

Können Risiken auftreten?

Jede Operation birgt gewisse Risiken, auch in der Fußchirurgie. Neben Komplikationen bei der Narkose können auch Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen sowie Narbenbildung auftreten. Thrombose oder Durchblutungsstörungen nach Eingriffen sind ebenso möglich. In manchen Fällen sind Beschädigungen der Haut und des Gewebes an der Operationsstelle zu beobachten.

Werden Platten, Schrauben oder Drähte eingesetzt, können sich diese lockern oder im schlimmsten Fall brechen. Auch bei minimal-invasiven Operationstechniken kann immer ein Restrisiko bestehen bleiben. 

Aufgrund der bereits sehr fortschrittlichen operativen Methoden sind schwerwiegende Risiken relativ gering. Sie werden in einem ausführlichen Vorgespräch über alle möglichen Risiken aufgeklärt.