OP-Freigabe

INNERE MEDIZIN

Was ist vor einer OP zu beachten?

Vor einem geplanten operativen Eingriff müssen zur Sicherheit des Patienten oder der Patientin einige Untersuchungen gemacht werden. Dies dient der Risikominimierung bei der Operation. Vorgeschrieben sind ein Blutbefund, ein EKG und eine ausführliche Anamnese inklusive einer körperlichen Untersuchung. In einigen Fällen ist auch ein Lungenröntgen erforderlich.

OP-Freigabe – Wichtige Informationen

Die Operationsfreigabe dient dazu, mögliche Operationsrisiken frühzeitig zu erkennen und einen komplikationslosen Verlauf des Eingriffs zu begünstigen.

Für eine OP-Freigabe müssen folgende Befunde vorliegen

  • Ausführliche Anamnese inkl. körperlicher Untersuchung
  • Blutbefund
  • EKG
  • Blutdruckwerte
  • In Einzelfällen auch Lungenröntgen

Nach der Untersuchung erstellt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin einen schriftlichen Befund, der die Freigabe zur Operation bescheinigt. Dieser muss dem operierenden Arzt im Anschluss vorgelegt werden, damit eine geplante Operation durchgeführt werden darf.

Wie lange vor einer OP muss die Freigabe erfolgen?

Die Befunde für eine Freigabe zu einer bevorstehenden Operation dürfen in der Regel nicht älter als zwei Wochen sein. In Ausnahmefällen oder wenn aufwendigere Befunde notwendig sind, kann dieser Zeitrahmen nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin ausgedehnt werden.

Welche Leitlinien gelten bei einer OP-Freigabe?

Bei den Leitlinien zur OP-Freigabe handelt es sich um eine Empfehlung, welche Untersuchungen vor einem chirurgischen Eingriff gemacht werden sollten. Diese dienen zur Vermeidung von Komplikationen während des Eingriffes. Die Leitlinien sehen folgende Untersuchungen vor, welche bereits als Standard angesehen werden und in der Regel vor jedem geplanten Eingriff stattfinden.

Die Anamnese und die körperliche Untersuchung werden in der Regel vor jedem Eingriff durchgeführt. Ob weiterführende Untersuchungen notwendig sind, entscheidet der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin. Ebenfalls zum Standard wird ein kleines Blutbild und in manchen Fällen auch ein EKG gezählt.

Die Empfehlungen der Leitlinien gelten für Erwachsene bei geplanten Eingriffen, die weder Herz noch Lunge betreffen, denn dies erfordert eine erweiterte kardiale Diagnostik. Ziel ist, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Risikokomponenten auszuschließen. Daher beschränken sich die Standarduntersuchungen für die OP-Freigabe im Normalfall auf allgemeine Diagnostik, Blut- und Kreislaufwerte.

Warum Sie vor einer OP nüchtern sein müssen

Nahrungsreste, die den Magen noch nicht passiert haben, können während der Narkose zu Komplikationen bei der Beatmung führen. Auch ist das Risiko für eine Lungenentzündung erhöht, falls der Mageninhalt in die Lunge gelangt.

Anders verhält es sich bei Flüssigkeiten, denn diese passieren den Magen schneller als feste Nahrung. Daher ist eine vollkommene Nüchternheit in der Regel heute nicht mehr nötig. Jedoch sollten Patienten etwa zwei Stunden vor dem Eingriff auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Bis dahin sind klare Flüssigkeiten in begrenzten Mengen kein Problem. Über die erlaubte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vor einem chirurgischen

Ablauf von einer OP-Freigabe

Die ärztliche Operationsfreigabe umfasst eine ausführliche Anamnese sowie eine nüchterne Blutabnahme, EKG, Blutdruckmessung und ein Arztgespräch mit körperlicher Untersuchung, exkl. Lungenröntgen und erfolgt in der Regel 10 bis 14 Tage vor der Operation.

Neben den herkömmlichen Untersuchungen kann der Anästhesist weitere Untersuchungen fordern. Hierzu zählen etwa Lungenröntgen, zusätzliches EKG, erweiterte Laboruntersuchungen oder eine Echokardiografie.

1. Blutabnahme

Für die Blutabnahme muss der Patient oder die Patientin nüchtern in die Ordination kommen. Das entnommene Blut wird anschließend im Labor ausgewertet und der Befund an den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin weitergeleitet.

2. Anamnese und körperliche Untersuchung

Bei einer ausführlichen Vorbesprechung mit dem behandelnden Arzt kann sich dieser ein Bild vom Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin machen. Eventuelle Vorerkrankungen werden erfasst und es folgt eine körperliche Untersuchung inklusive Blutdruckmessung.

3. Befunderstellung und OP-Freigabe

Nach der Untersuchung und der Laborauswertung erstellt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin einen schriftlichen Befund, der die Freigabe zur Operation bescheinigt. Dieser muss dem operierenden Arzt oder Ärztin im Anschluss vorgelegt werden, damit eine geplante Operation durchgeführt werden darf.

Was Sie vor einer OP beachten sollten

Vor einer geplanten Operation gibt es für die Patienten einige grundlegende Verhaltensregeln einzuhalten, um das Risiko für Komplikationen während des Eingriffs so gering wie möglich zu halten.

Es sollte auf jeden Fall auf Make-up, Nagellack und sonstige Stylingprodukte verzichtet werden. Auch sind sämtliche Schmuckstücke, Sehhilfen und Prothesen abzulegen.

Den Anweisungen und Empfehlungen der Ärzte ist in jedem Fall Sorge zu leisten.

Laborwerte

Für die Operations-Freigabe müssen im Vorfeld einige wichtige Werte im Labor ausgewertet werden. Dies sind vor allem das Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte und Nieren- sowie Leberwerte. Sofern noch nicht vorhanden wird in der Regel auch die Blutgruppe bestimmt.

Eigenbluttherapie

Wenn eine geplante Operation ansteht, bei der mit einem etwas höheren Blutverlust zu rechnen ist, ist die Eigenblutspende sinnvoll. Hierbei wird über einen längeren Zeitraum Blut für die eigene Operation gespendet, welches im Bedarfsfall verwendet werden kann.

Der Vorteil von Eigenblut ist, dass Nebenwirkungen von Fremdblut vermieden werden können.

Die Anlage eines Eigenblut-Depots ist über einen Zeitraum von maximal 42 Tagen vor dem Eingriff möglich, da rote Blutkörperchen nur eine begrenzte Lagerfähigkeit aufweisen. So können bis zu vier Blutkonserven gesammelt werden, die zur Operation zur Verfügung gestellt werden.

Für diese Maßnahme ist jedoch auch eine gründliche Anamnese und eine Voruntersuchung notwendig. Ältere Personen oder Personen mit Vorerkrankungen benötigen zum Anlegen einer Eigenblutspende eine interne Freigabe.

Narkose

Bei chirurgischen Eingriffen gibt es verschiedene Narkosemethoden. Je nach Art und Umfang des Eingriffes wird die Stärke der Narkose gewählt.

Leichte Sedierung
Bei einer leichten Sedierung ist der Patient in der Regel durch Ansprechen aufweckbar und kann selbstständig atmen.

Starke Sedierung
Bei einer starken Sedierung kann der Patient durch Stimulation erweckt werden, die eigene Atmung ist jedoch möglicherweise beeinträchtigt, sodass eine Atemwegssicherung notwendig wird.

Vollnarkose
Wird der Patient oder die Patientin unter Vollnarkose operiert, überwacht der Anästhesist die Vitalfunktionen und den Blutdruck.

Bei der Allgemeinanästhesie ist der Patient durch Ansprechen oder Stimulation nicht aufweckbar. Auch kann er nicht mehr selbstständig atmen, sodass eine Atemwegssicherung unbedingt notwendig ist. Zudem kann das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt sein.

Kreuzstich
Eine weitere Möglichkeit das Schmerzempfinden während einer Operation auszuschalten, ist der Kreuzstich. Hier wird durch Medikamentengabe die untere Körperhälfte unempfindsam gemacht. Zusätzlich erhält der Patient oder die Patientin Beruhigungsmittel.

Medikamente

Patienten und Patientinnen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, müssen im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt die Medikamentenliste besprechen. In den meisten Fällen werden bestimmte Medikamente kurz vor einer geplanten Operation abgesetzt, um eventuelle Risiken zu minimieren.

Aspirinhaltige Medikamente sollten etwa ein bis zwei Wochen vor dem Operationstermin abgesetzt werden, da Aspirin die Blutungsneigung erhöht. Personen, die ein medikamentenimprägniertes Metallgeflecht zum Offenhalten der Herzkranzgefäße implantiert haben, dürfen die Medikamente auf keinen Fall weglassen.

In einigen anderen Fällen, etwa wenn das Aspirin als Sekundärprävention eingenommen wird (nach Herzinfarkt und Schlaganfall), sollte die Medikation ebenfalls nicht unterbrochen werden. Mögliche aspirinhaltige Medikamente sind Schmerzmittel, Thrombo-Ass, Plavix uvm. Falls Sie unsicher sind, fragen Sie bitte bei Ihrem behandelnden Arzt oder Ärztin nach.

Patienten und Patientinnen, die gerinnungshemmende Medikamente, wie Marcoumar oder Sintrom einnehmen, müssen über einen geeigneten Ersatz informiert werden. Personen, die an Diabetes leiden sollten vor dem Eingriff keine blutzuckersenkenden Medikamente nehmen und auch kein Insulin spritzen. Auf jeden Fall ist der Pen und das Blutzuckermessgerät am Operationstag mitzubringen.

Bitte beachten Sie: Wann Medikamente abgesetzt werden dürfen und sollen entscheidet immer der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin. Setzen Sie auf keinen Fall eigenmächtig Medikamente ab!

Blutbefunde

Vor einer Operation wird meist ein kleines Blutbild erstellt, welches eventuelle akute Entzündungen oder sonstige Auffälligkeiten ersichtlich machen kann. Folgende Werte sind in einem kleinen Blutbild enthalten:

  • Anzahl der roten und weißen Blutzellen (Erythrozyten und Leukozyten)
  • Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Konzentration roter Blutfarbstoff (Hämoglobinwert) 
  • Anteil der Blutzellen in Prozent (Hämatokrit)
  • Hämoglobinmenge in einem Erythrozyten (MCH)
  • Hämoglobinkonzentration in einem Erythrozyten MCHC)
  • durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten (MCV)

All diese Werte geben Aufschluss über Erkrankungen, Infektionen, Vitaminmängel oder weitere Risiken für Komplikationen bei einer Operation.

Klinische Untersuchung

Bei einer klinischen Untersuchung geht es darum den Allgemeinzustand, Ernährungszustand und den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin zu erfassen.

Dazu erfolgt ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient, sowie die Überprüfung der Vitalparameter (Blutdruckmessung, Abhören des Brustraumes nach Herztätigkeit und die Messung der Temperatur). Zudem wird eine kurze HNO-Untersuchung durchgeführt.

Kosten einer OP-Freigabe

Die Kosten für eine OP-Freigabe inklusive ausführlicher Anamnese, EKG, Blutabnahme und Befundbericht belaufen sich im The Aurora Ärztezentrum auf 120€.

Bitte beachten Sie, dass es sich im The Aurora Ärztezentrum um Wahlarztordinationen handelt und die jeweiligen Privattarife von den Ärztinnen und Ärzten festgesetzt werden. Sind Sie bei uns in Behandlung, so reichen wir auf Wunsch Ihre Honorarnote bei der zuständigen Gebietskrankenkasse ein. Diese erstattet in der Regel bis zu 80% des Kassentarifs.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur OP-Freigabe

Kann ich für eine OP-Freigabe online einen Termin vereinbaren?

Gerne können Sie einen Termin für die OP-Freigabe über unsere Online-Terminvereinbarung buchen. Geben Sie bitte bekannt, dass es sich hierbei um einen Termin für eine OP-Freigabe handelt, damit wir entsprechend Zeit einplanen können.

Diese Leistungen werden im The Aurora Ärztezentrum von folgenden Ärzten und Ärztinnen angeboten:

Univ. Doz. Dr. Christian Joukhadar
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. univ. Elisabeth Rosenbaum-Medani
Fachärztin für Innere Medizin

Dr. med. univ. Markus Seidl-Konzett
Facharzt für Innere Medizin

Was muss ich für eine OP-Freigabe mitbringen?

Bitte bringen Sie das Informationsschreiben, welches Sie vom Krankenhaus erhalten haben, zum Termin mit. Auf diesem sind alle für den Eingriff notwendigen Voruntersuchungen aufgeführt, denn neben den Standarduntersuchungen, wie Blutbefund, EKG und körperlicher Untersuchung sind mitunter auch weitere Untersuchungen, wie Lungenröntgen nötig.

Bringen Sie bitte auch eine aktuelle Liste Ihrer derzeit eingenommenen Medikamente mit.

Wie lange dauert eine OP-Freigabe?

Sind bereits alle notwendigen Befunde vorhanden, dauert die Freigabe lediglich etwa 30 Minuten. Sollten Sie die Untersuchungen für die OP-Freigabe im The Aurora Ärztezentrum durchführen lassen, planen Sie bitte genügend Zeit für die einzelnen Untersuchungsschritte ein. 

Je nach Notwendigkeit können die Untersuchung und anschließende Befunderstellung einige Tage in Anspruch nehmen.

Gerne geben wir Ihnen in Ihrem speziellen Fall Auskunft über alle notwendigen Schritte und die dafür einzuplanende Zeit.

Was genau macht der Arzt bei einer OP-Freigabe?

Steht eine geplante Operation an, muss im Vorfeld die OP-Tauglichkeit geprüft werden. Dies geschieht in Form einer OP-Freigabe. Die dafür notwendigen Untersuchungen beinhalten in der Regel eine ausführliche Anamnese sowie eine nüchterne Blutabnahme, EKG, Blutdruckmessung sowie ein Arztgespräch mit körperlicher Untersuchung, exkl. Lungenröntgen und erfolgt in der Regel 10 Tage vor der Operation.

Anschließend erstellt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin einen schriftlichen Befund, der sämtliche Ergebnisse der Untersuchungen beinhaltet.

Können Risiken auftreten bei einer OP-Freigabe?

Natürlich können auch bei größter Sorgfalt immer Restrisiken bestehen bleiben. Die Untersuchungen für eine OP-Freigabe sind in der Regel jedoch vollkommen risikoarm und schmerzfrei. 

Wann haben meine Blutwerte OP-Tauglichkeit?

Sofern sich Ihre Blutwerte im Referenzbereich bzw. im Normbereich befinden und die restlichen Untersuchungen positiv sind, steht einer Operation nichts im Wege. 

Sollten sich geringfügige Abweichungen der Normalwerte oder Auffälligkeiten beim Blutbefund ergeben, muss dies mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen und eventuell abgeklärt werden.